Unsere Ziele für Osnabrück

„Der (gute) Weg ist das Ziel“ – so zeitlos und allgemeingültig dieser Spruch ist, so sehr spiegelt er das Anliegen des Radentscheids Osnabrück wider: Wir wollen, dass die Wege in unserer Stadt sicherer, komfortabler und selbsterklärend werden. Wir wollen gute Wege besonders für die Schwächeren im täglichen Straßenverkehr – Menschen, die mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs sind. Dafür habe möchten wir ein Bürgerbegehren mit einigen Zielvorgaben zu Beginn 2022 initiieren. Jedes Bürgerbegehren muss eine Frage beinhalten. Unsere Frage lautet:

Soll die Stadt Osnabrück folgende 5 verkehrspolitischen Ziele bis zum Jahr 2030 umsetzen?

Das Radverkehrsnetz der Stadt Osnabrück wird unterbrechungsfrei, mindestens durch kleine bauliche Trennungen (taktile Streifen) vom Fußverkehr getrennt und durchgängig beleuchtet ausgebaut.

Ab sofort werden die im Radverkehrsplan 2030 (RVP 2030) geplanten Haupt- und Velorouten inklusive der Radschnellwege umgestaltet bzw. erstellt. Planung und Ausbau erfolgen gemäß den jeweils gültigen Regelwerken, insbesondere den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA).

Jährlich wird mindestens eine Verbindung in die Stadtteile (Radial-Routen Paar) vollständig umgesetzt.

Haupt- und Velorouten aus dem Radverkehrsplan 2030 der Stadt Osnabrück

Zusätzlich zu Ziel 1 werden diese Radwege sowohl am Wallring als auch an den Hauptverkehrsstraßen nach folgenden Kriterien angelegt:

  • In der Regel 2,30m Breite je Richtung, bei Zweirichtungsradwegen: 4m Breite.
  • farbig hervorgehoben
  • werden ohne Absenkungen (niveaugleich) an Nebenstraße und Einfahrten weitergeführt
  • Bordsteine quer zur Fahrtrichtung sind auf gleiche Höhe abgesenkt oder abgeschrägt
  • baulich getrennt vom ruhenden und fahrenden Kraftverkehr
  • auch bei 30 km/h komfortabel befahrbar (Entwurfsgeschwindigkeit).

Kreuzungen werden wie folgt umgebaut:

  • Radwege erhalten Wartezonen im vorgelagerten Sichtbereich der Kfz. Der Weg zu diesen Wartezonen wird hindernisfrei neben oder auf den Fahrstreifen für den Kraftverkehr gestaltet.
  • Die Abbiegegeschwindigkeit der Kfz wird baulich verringert, z. B. durch Schutzinseln. Zeitgleich wird eine direkte Sichtachse zwischen abbiegendem Kfz und Radverkehr sichergestellt.
  • An Ampeln (Lichtsignalanlagen) erhalten Radfahrende eher Grün ohne die Ampel drücken zu müssen (zeitlicher Vorlauf gegenüber dem Kraftverkehr). Radfahrende können nach möglichst kurzer Wartezeit in einem Zug über eine Kreuzung fahren.
  • Neue oder zu sanierende Flächen für den Radverkehr sind in Konflikt- und Kreuzungsbereichen deutlich durch eine rote, rutschfeste Oberfläche vom übrigen Straßenraum abgesetzt.

Ab sofort werden jährlich 3 Kreuzungen nach diesen Grundprinzipien umgestaltet.

Diese Vorgehensweise wird bei jedem Neubau, jeder Sanierung als auch bei jeder Umsetzung von bereits geplanten Arbeiten umgesetzt.

Umbaupriorität haben Kreuzungen mit besonderem Gefährdungspotenzial und hohen Unfallzahlen sowie mit Radfahrstreifen in Mittellage.

Die Stadt Osnabrück errichtet bedarfsgerecht zusätzliche Fahrradstellplätze:

  • Neben dem neuen Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof entstehen mindestens weitere 2.500 überdachte und beleuchtete Stellplätze an den weiteren Bahnhöfen, zentralen ÖPNV-Umstiegshaltestellen und allen Bushaltestellen.
  • Mindestens 5.000 Stellplätze an Schulen, Sportstätten, in Einkaufsstraßen und Wohnquartieren vorrangig durch Umwidmung von PKW-Stellplätzen und das Aufstellen von Fahrradboxen.
  • Mindestens 500 Stellplätze für Lastenräder.

Die Stadt Osnabrück richtet eine Planungsgruppe für den Radverkehr ein, welche die Ziele des Radentscheids hauptamtlich umsetzt. Dafür werden alle notwendigen Ressourcen bereitgestellt und in relevanten Fachdiensten und Betrieben je eine unterstützende radverkehrsbeauftragte Person benannt. Verkehrsmessungen werden quantitativ und qualitativ erweitert. Alle Radverkehrsunfälle werden von der Verwaltung laufend detailliert analysiert. Soweit die vorhandene Infrastruktur die Unfälle erzeugt oder begünstigt hat, wird sie innerhalb von 3 Monaten temporär, spätestens im folgenden Jahr dauerhaft verbessert.

Ein schriftlicher Bericht über den Umsetzungsstand der vorgenannten Ziele und über die städtische Akquise von Fördermitteln zu deren Realisierung wird jährlich in einer öffentlichen Dialogveranstaltung vorgestellt.

Die Stadt Osnabrück unterstützt und bewirbt den Radverkehr durch Öffentlichkeitsarbeit und führt Kampagnen wie “Osnabrück sattelt auf” weiter oder ersetzt diese durch neue Initiativen.